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SchoeneWelten: Wer im EiscafeVenezia im Jahr 2019 Eis bestellen wollte, suchte vergeblich nach Bedienungen. Jeder Passant sah auf seinen MindEyes die angebotenen Eissorten, die verkauften Mengen pro Sorte, und die Wertschätzungs-Rankings von Mitmenschen, welche ähnlichen Geschmack wie man selbst hatten. Von den rund 400 Menschen, die sich an diesem schönen Sommertag auf der HauptStrasse aufhielten, waren etwa 40% GlaesernerMensch, die unentwegt ihren MeNow-Stream fütterten. Das ganze Geschehen auf der HauptStrasse konnte rund um die Uhr weltweit in der SpiegelWelt nachvollzogen werden. Die Bestellung des Eisbechers war ein Akt konstruktiver Fantasie: Die Becher wurden als überlagerte Grafiken auf den Tisch gestrahlt. Kleine Hautsensoren an den Brillenbügeln übertrugen Eingabesequenzen an sein Display. Jeder Gast konnte in Sekundenbruchteilen die Zutaten nach seinem Geschmack dosieren. Es gab 3 dutzend Vorlagen, aus denen die Gäste ihre individuelle Kreation zusammenkonfigurierten. Der Preis des Bechers wurde eingeblendet. "Bezahlen" war ein Vorgang, den die meisten BuergerInnen kaum noch wahrnahmen. Automatisch flossen die KayGroschen vom BankKonto der BuergerInnen auf das des EiscafeVenezia. Die Zubereitung des Eises war die eigentliche Attraktion. 2012 hatte man sich endlich entschieden, die Küche nicht länger vor den Gästen zu verbergen. Man sah, wie die frischen Zutaten angeliefert und verarbeitet wurden. Die Sensation war dabei natürlich der KuKa-RobOt, der vollautomatisch die Becher zusammenkomponierte. Nur noch der Mikado-Pokkin wurde abschliessend von einer wunderhübschen Sächsin eingesteckt. Auf der Plasmawand im Inneren des Cafes morphte eine magische Animation Szenen aus der Geschichte der StadtDresden, vermischt mit Bildern der Gäste, die grade vor Ort waren. Der Körper von RainerWasserfuhr sah derzeit ungefähr so aus wie im Jahr 1998. JfSchlinck war einer der ersten Menschen gewesen, die ein vollständiges semantisches Modell ihres Geistes hatten. In seiner Rolle als WikiPate hatte RainerWasserfuhr 2009 begonnen, jedes Wort, das JfSchlinck lernte, zu digitalisieren. Zu seinem Geburtstag 2014 erhielt JfSchlinck von RainerWasserfuhr seine ersten MindEyes, die er seither stolz auf seiner Nase trugt. Deren eingebaute Texterkennung hatte RainerWasserfuhr mit dem DigitalTwin von JfSchlinck gekoppelt. Immer wenn ein neues Wort auftrat, landete es in einer Lern-InBox und wurde von JfSchlinck genüsslich analysiert und in sein Lernnetz einverleibt. Kommunikation mittels gesprochener Sprache war etwa 2016 aus der Mode gekommen. Mit 9 Jahren verstand JfSchlinck 8 Sprachen. Er konnte Anime-Filme im Original verstehen. UnTil2019